Katharina Beisiegel ist seit 2021 Direktorin am Kirchner Museum in Davos. Jetzt im FRIDA Magazin

Katharina Beisiegel ist seit 2021 Direktorin am Kirchner Museum in Davos.

Bild: Avi Sliman

Kulturtourismus

Katharina Beisiegel – Sind Kultur und Kunst der Schnee von morgen?

Katharina Beisiegel, Direktorin am Kirchner Museum in Davos, spricht über ihre internationalen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Tourismusorganisationen und sagt, warum wir das Zusammenspiel von Kunst, Kultur und Tourismus in Graubünden für die Zukunft stärken sollten.

Von Mathias Balzer und Avi Sliman

Chur, 06.06.2026

3 min

Unser Magazin begleitet die Anlässe und die Workshops von Graubünden Cultura mit Inputs. Als vierten Gast haben wir Katharina Beisiegel zum Interview geladen.

Die Direktorin des Kirchner Museums in Davos hat 2026 mit der Ausstellung «Kirchner. Picasso» einen veritablen Blockbuster realisiert. Rund 18’000 Besucher:innen haben die Schau besucht.

Katharina Beisiegel sagt, dieser Erfolg wirke auch ein wenig wie ein «Eisbrecher» für die zukünftige Zusammenarbeit mit Davos/Kloster Tourismus, denn nun sei unübersehbar, dass auch eine Kunstausstellung zur Wertschöpfung vor Ort beitragen kann.

Die Kuratorin und Kirchner-Spezialistin erzählt auch davon, welche Erfahrungen sie in der Zusammenarbeit mit Tourismusorganisationen in Städten wie Sydney oder Vancouver gemacht hat und was wir daraus lernen könnten.

Die Ziele sind realistisch

Sie wünscht sich, dass die Zusammenarbeit mit Tourismusorganisation bereits in der Planungsphase von Anlässen beginnt und dass beispielsweise die gemeinsame Evaluation von Besuchersegmenten ein einfaches, aber wirksames Mittel der Kooperation sein könnte.

Sie plädiert auch dafür, dass das Zusammenspiel von Kulturpolitik und Tourismus verstärkt werden sollte und sagt klar: Das Ziel von Graubünden Cultura, Graubünden zur führenden Kulturtourismusregion in den Alpen zu machen, halte sie für sehr realistisch.

Mathias Balzer und Katharina Beisiegel bei Graubünden Cultura

Graubünden Cultura

Das Projekt «Graubünden Cultura» will Graubünden als eine der führenden Kulturtourismusregionen der Alpen positionieren. Der kulturelle Reichtum Graubündens soll durch kulturtouristische Angebote sicht- und erlebbar gemacht werden. Die Partner aus den Bereichen Kultur und Tourismus sollen gewinnbringend  vernetzt werden und in der Öffentlichkeit sowie bei den Gästen ein Bewusstsein für die vielfältige Kultur Graubündens geschaffen werden.
FRIDA Magazin begleitet die Anlässe von Graubünden Cultura mit Inputs wie Reden oder Gesprächen wie diesem.

Im Gespräch erzählt Vincenz, wie er zu seinem Kulturengagement gekommen ist und wie sich der Kulturtourismus in den letzten 30 Jahren entwickelt hat – oder eben auch nicht. Denn noch immer werden vielerorts der «Sport am Berg» und mit ihm die Bergbahnen als Motoren für das wirtschaftliche Leben gesehen.

Gegen diese These spricht, dass der Kulturtourismus ein weltweiter Megatrend ist und mittlerweile viel mehr Gäste in Bewegung setzt als etwa das Wandern oder der Schneesport. Und auch angesichts des klar prognostizierbaren Schneemangels in der Zukunft wird man nicht umhin kommen, den Tourismus in den Alpen neu und anders zu denken.

Letztendlich gehe es bei der Weiterentwicklung des Kulturtourismus vor allem auch darum, die Menschen aus diesen beiden Welten – Kulturproduktion und Tourismus – einander näher zu bringen.

Und Martin Vincenz sagt auch, warum Kulturtourismus keineswegs nur für Touristen gemacht wird.