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Jules Spinatsch und Thomas Hirschhorn haben sich am 1. November 2026 im Bündner Kunstmuseum zum Gespräch getroffen.

Kunst

Thomas Hirschhorn und Jules Spinatsch: «Braucht die Kunst den Moment der Gnade?»

Das Bündner Kunstmuseum widmet Thomas Hirschhorn und Jules Spinatsch derzeit zwei grosse, retrospektive Ausstellungen. Beide Künstler stammen aus Davos, beide haben den Ort früh verlassen und auf Umwegen zur Kunst gefunden. Obwohl sich ihre Werke formal sehr unterscheiden, gibt es Parallelen in der künstlerischen Haltung. Ein Gespräch.

Von Mathias Balzer und Avi Sliman

Chur, 04.11.2026

1 min

Anlässlich ihrer Ausstellungen im Bündner Kunstmuseum haben sich Thomas Hirschhorn und Jules Spinatsch zum Gespräch getroffen. Sie erzählen, wie sich sich kennengelernt und wie sie beide auf ähnlichen und doch sehr unterschiedlichen Wegen zur Kunst gefunden haben.

Mit Davos verbindet beide Künstler viel. Während Jules Spinatsch den Weltkurort im Landwassertal «eine Provokation – aber eine interessante» nennt, sagt Thomas Hirschhorn: «Ich bin mit Davos einverstanden – obwohl ich längst nicht alles gutheisse.»

Kunst ist ein prekäres Metier

Beide Künstler erklären die Entstehungsweise ihrer Werke, reden über Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Über ihren Zugang zu Kunstbüchern, über Kunst als Waffe und politische Haltung. Sie sprechen aber auch über die Unsicherheit künstlerischer Prozesse und den Moment der Gnade.

Im Gespräch mit Mathias Balzer wird klar: Kunst ist ein unsicheres Terrain, ein prekäres Metier.
Er wolle das Prekäre, im Unterschied zu den Journalisten und Politikern, aber keineswegs nur negativ sehen, sagt Hirschhorn: «Denn prekär kommt von <beten>. Und wir müssen immer wieder darum bitten, dass etwas weitergeht.»

Bündner Kunstmuseum
Jules Spinatsch: «Jules Spinatsch 1964 bis 2155», bis 15. November 2026.
Thomas Hirschhorn: «My Atlas», bis 6. Dezember, 2026