Der Schauspieler Andrea Bettini blickt auf über 40 Jahre in seinem Beruf zurück.

Der Schauspieler Andrea Bettini blickt auf über 40 Jahre in seinem Beruf zurück.

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Theater

Andrea Bettini – Wie hat sich die Arbeit am Theater verändert?

Das Theater Basel ist 2020 unter der neuen, vierköpfigen Schauspielleitung ein Wagnis eingegangen. Das so genannte Basler Modell ermächtigt die Schauspieler:innen zur Mitsprache. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim Spielplan. Wie dieses Kollektiv funktioniert und wie es früher am Theater war, darüber haben wir mit dem Schauspieler Andrea Bettini gesprochen.

Von Mathias Balzer

Basel, 01.04.2026

2 min

Am 21. März 2026 feierte das Theater Basel 2000 Tage Basler Compagnie. Dieses Modell der kollektiven Selbstbestimmung innerhalb eines so grossen Dreispartenhauses hat für Aufsehen und Aufmerksamkeit gesorgt. Wird die Utopie der flachen Hierarchie gelingen, oder wird sie an den starren Strukturen des Theaters scheitern?

2000 Tage nach dem Start hat das Theater zu einem vierteiligen Podium und einer Vernissage geladen. Externe Expert:innen, eine Runde aus Kritikerinnen und Kritikern und Mitglieder des Ensembles warfen einen kritischen Blick auf das Modell, besprachen Chancen und Gefahren desselben.

Im dritten Podium erzählt der Schauspieler Andrea Bettini, was es für ihn, als eines der ältesten Ensemblemitglieder bedeutet, Teil dieses Basler Experiments zu sein.

Und wir haben mit ihm auch einen Blick zurück geworfen: Auf seine wilden Anfänge zu Beginn der 1980er-Jahre in der Roten Fabrik in Zürich. Auf seine Zeit nach der Schauspielschule in Bern, als er in Göttingen und Oberhausen klassische Theaterstrukturen kennengelernt hat. Eine Zeit, in der er seine Rollenbesetzung noch am schwarzen Brett ablesen musste.

Bettini spricht auch über seine Zweifel, die er anfangs gegenüber dem neuen Basler Modell hegte und sagt dann aber, warum es heute für ihn so wertvoll ist: «Ich werde wieder als Mensch gesehen.»

Das Theater hält die Entwicklung des Basler Modells transparent und reflektiert ihn laufen in einem  Blog.

Video: Robin Nidecker

Andrea Bettini

wurde 1960 in Zürich-Höngg geboren. Er studierte von 1983 bis 1987 Schauspiel am Konservatorium für Musik und Theater in Bern. Es folgten Engagements am Theater Göttingen, am Theater Oberhausen und am Schauspielhaus Zürich. Regelmässig arbeitet er in der freien Theaterszene. Zusammen mit Basso Salerno und Christian Vetsch gründete er das Duo «I Pelati Delicati».
Andrea Bettini ist seit der Spielzeit 2001/02 Ensemblemitglied am Theater Basel. Sein Werdegang in Basel umfasst unzählige erfolgreiche Produktionen.
In der Basler Compagnie hat er u. a. bei «Die Physiker», in «Ulysses» unter der Regie von John Collins und «Steppenwolf» in der Regie von Lies Pauwels mitgewirkt. Derzeit ist er in den «Chroniken vom Mars» von Philippe Quesne als Ray Bradbury und in zahlreichen Rollen in «Die Krume Brot» von Lukas Bärfuss zu erleben.
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