Ruedi «Hotcha» Tüscher steht bis heute als experimenteller Musiker auf der Bühne.
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Musik
«Heute wird nur noch Bauchnabel-Musik gemacht»
Der Musiker, Aktivist und «Kassetten-Papst» Ruedi «Hotcha» Tüscher aus Biel gilt als eine der prägendsten und schillerndsten Figuren der alternativen Schweizer Musik- und Undergroundszene. Im Video-Porträt erzählt er seine Geschichte.
Biel, 02.09.2026
Übernamen bekommt man geschenkt – und doch muss man sie sich verdienen. Der 1951 geborene Bieler Hansruedi Tüscher wurde mit einem Mal «Hotcha» genannt, weil er das gleichnamige Kult-Magazin des Zürcher Poeten und Aussteigers Urban Gwerder lautstark vor Szene-Clubs zum Verkauf anbot.
Die Anekdote ist nur eine von vielen, die «Hotcha» aus seinem Leben als Musiker, Aktivist und Nonkonfirmist erzählen kann.
Im Video-Porträt von Karim Patwa erinnert er sich an seine Kindheit und Jugend als Leseratte. Unter anderem habe er die Konsalik-Romane seiner Eltern, diese «bürgerliche Pornografie», bandweise verschlungen.
Ruedi «Hotcha» Tüscher im Studio seines Kasetten-Labels «Calypso Now», anfang 1990er-Jahre in Biel.
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Er erzählt aber auch, wie er zum Musiker geworden ist, wie er mit seiner Punk-Rockabilly-Band Pull my Daisy Erfolge in Deutschland feierte und wie er in New York sein legendäres Kassetten-Label «Calypso Now» gegründet hat.
Der Nachlass daraus wird mittlerweile als «wichtiges zeithistorisches Dokument» in der Stadtbibliothek Biel aufbewahrt.
«Hotcha» aber ist Rebell geblieben, schlicht, weil er gar nicht anders könne. Noch immer macht er Musik jenseits aller Konventionen. Und noch immer denkt er politisch und bedauert, dass die alte Arbeiterkultur untergegangen ist und der Klassenkampf der Identitätspolitik weichen musste.
Channel Impossible
Das Projekt «Channel Impossible» wird vom Zürcher Filmemacher Karim Patwa realisiert. Rund einmal im Monat porträtiert er Persönlichkeiten aus der Kulturszene.
Patwa wurde 1968 in London geboren und ist im multiethnischen Biel aufgewachsen. Nach Abschluss seiner Lehre zum Elektromechaniker beginnt er 1993 sein Studium an der Hochschule für Gestaltung Luzern im Studiengang Film. 1999 assistiert er für den Film «Gambling, Gods and LSD» von Peter Mettler.
2004 feiert Patwas erster Spielfilm «Karim Patwa’s Spaceship» seine Premiere am Locarno Filmfestival. 2015 wird sein zweiter Spielfilm «Driften» am Max Ophüls Film Festival gezeigt und gewinnt gleich drei wichtige Preise. Sabine Timoteo, die Hauptdarstellerin, den Schweizer Filmpreis.
Karim Patwa
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