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René Triponez bei einem Konzert mit seinen Söhnen in der Silvesternacht 2025/26.

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Musik

Familie Triponez – Warum mögt ihr das Normale nicht?

Begleitet von äusserst sehenswertem Foto- und Filmmaterial erzählen René Triponez und seine Söhne Tristan und Fabian ihre Familiengeschichte, die auch ein Stück Bieler Musikgeschichte ist, durchweht vom Geist des Punk.

Von Karim Patwa

Biel, 19.02.2026

3 min

Vater René spielte bereits Anfang der Sechzigerjahre in Bands. Man brachte sich, so erzählt er, mit Hilfe amerikanischer 45er-Platten den Rock’n’Roll oder den psychedelischen Sound der Sechzigerjahre selbst bei. Anstatt teure Verstärker wurden alte Radios in Lautsprecher umgewandelt. «Wir waren Rebellen», erzählt René, «von der älteren Generation argwöhnisch beobachtet.»

Mittlerweile ist René 83 und längst zu einer prägenden und legendären Figur in Biel geworden. Nicht zuletzt auch durch die Gründung des «Atomic-Café», gemeinsam mit seiner Frau Rosemarie, 1996, gleich beim Bahnhof gelegen. Mittlerweile betreibt Sohn Tristan das Lokal, und veranstaltet dort Konzerte.

Humor und Autonomie

Die Söhne Tristan und Fabian wuchsen in einem Haushalt auf, wo immer Musik lief und zum Alltag gehörte wie das Essen und Schlafen. Und so kamen sie beinah schlafwandlerisch zur Musik.

Ihre Genres waren und sind einerseits der Rock, andererseits Elektronik und Experimentelles – auf der Bühne in Shows verpackt, die das Absurde und Schräge zelebrieren. Sci-Fi-Hip-Hop oder Do-it-yourself-Freakshow sind Versuche, dieses Genre zu benennen.

In diesem Generationen übergreifenden Gespräch mit dem Filmemacher Karim Patwa können sich die drei auf dies einigen: Humor ist wichtig in ihrer Kunst – und Autonomie. Es gehe darum, selbst entscheiden zu können, was man macht. Und es einfach auch zu machen, egal, was andere erwarten oder allfällige Meinungsmacher vorgeben.

Interview: Karim Patwa. Kamera: Karmatz Paatzer & Bernhard Käsermann Schnitt: Studio Impossible
Eine Koproduktion zwischen Studio Impossible und FRIDA Magazin.
©Channel Impossible 2026

Channel Impossible

Das Projekt «Channel Impossible» wird vom Zürcher Filmemacher Karim Patwa realisiert. Rund einmal im Monat porträtiert er Persönlichkeiten aus der Kulturszene.

Patwa wurde 1968 in London geboren und ist im multiethnischen Biel aufgewachsen. Nach Abschluss seiner Lehre zum Elektromechaniker beginnt er 1993 sein Studium an der Hochschule für Gestaltung Luzern im Studiengang Film. 1999 assistiert er für den Film «Gambling, Gods and LSD» von Peter Mettler.

2004 feiert Patwas erster Spielfilm «Karim Patwa’s Spaceship» seine Premiere am Locarno Filmfestival. 2015 wird sein zweiter Spielfilm «Driften» am Max Ophüls Film Festival gezeigt und gewinnt gleich drei wichtige Preise. Sabine Timoteo, die Hauptdarstellerin, den Schweizer Filmpreis.


 

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Karim Patwa

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